SV Seybothenreuth - TSV Bad Berneck 1:1 (0:0)

28.9.12

 

Zum letzten Spiel der Saison erwartete der SV Seybothenreuth die Kurstädter. Nachdem man die Woche zuvor die Partie in Neudrossenfeld personalbedingt absagen musste, erhoffte man sich für diese Partie eine Reaktion. Doch stand den anwesenden TSV-Akteuren der Schrecken ins Gesicht geschrieben, als man feststellte, dass sich lediglich 8 Trikoträger der Zinnert-Metropole nach Seybothenreuth verirrten. Um das Spiel nicht am Platz absagen zu müssen, organisierte man sich 4 Gastspieler. Marko Matijevic und Manuel Dick zauberte Roland Körber aus dem Hut, Uwe Lohr wechselte aus dem Seybothenreuther Kader die Seiten und Michael Greim (nicht zu verwechseln mit der ehemaligen Torwartlegende) reiste auf Bitten von Michael Kauer an, konnte berufsbedingt aber nur die letzten 15 Minuten spielen. So waren die Gäste heilfroh, dass man zumindest 11 Mann mit einem Trikot ausstatten konnte. Die Platzherren konnten dagegen mit 14 Mann aus dem Vollen schöpfen. Dem Fachmann wurde schnell bewusst, dass die Bad Bernecker an diesem Abend alles andere als eingespielt wirkten. Immerhin musste man nicht bewegungslos wieder abreisen.

Die Anfangsphase bestand aus einem gegenseitigen Abtasten, beide Teams standen in der Defensive kompakt und so gab es kaum Torraumszenen. Die erste hatte Fraaß, der aber nur ein Schüsschen produzierte, welches für den einheimische Keeper reine Formsache war. Wenig später hatte Kauer die Riesenchance zur Gästeführung, als er eine präzise Flanke per Kopf völlig freistehend neben das Tor bugsierte. Die Platzherren wurden nun mutiger und so musste Rainer Gamper seine ganze Klasse beweisen, um die Null festzuhalten. Das Spiel glich nun immer mehr einem Kampf um jeden Zentimeter, spielerisch hatten beide Teams deutlich Luft nach oben.

Zu Beginn der zweiten Hälfte machten die einheimischen Akteure mächtig Dampf, ohne dabei Zählbares zu produzieren. Nachdem diese Drangphase etwas verpuffte, hatten die Fichtelgebirgskicker ihre beste Phase. Man spielte gefällig nach vorne, ließ jedoch zu oft die nötige Präzision vermissen. So ging ein Kolb-Fernschuss deutlich vorbei, einen Lottes-Freistoß entschärfte der SVS-Keeper in letzter Sekunde und auch Fraaß erneut nur ein Schüsschen. Nachdem bei den Gästen mehr und mehr die Kräfte schwanden, rissen sich die Einheimischen erneut am Riemen und schnürten die Bad Bernecker mehr und mehr ein. Der Führungstreffer lag nun regelrecht in der Luft und so kam es dann, wie es kommen musste. Nach einer starken Einzelleistung auf links drang der SVS-Angreifer bis zur Grundlinie durch und passte präzise in die Mitte, wo sein Sturmkollege die Kugel nur noch über die Linie drücken musste – 1:0. Zu spielen waren nun noch knapp 10 Minuten, doch schlugen die von Lottes und Wolfrum permanent angetriebenen umgehend zurück. Nach herrlichem Pass von Körber erzielte Matijevic per sattem Direktschuss den umjubelten 1:1-Ausgleichstreffer. Mehr ging dann auch nicht mehr, man merkte den Kräfteunterschied nun deutlich, da die Gastgeber permanent durchwechselten, während dies den Bad Berneckern nicht möglich war.

Am Ende ging das Remis für beide Teams in Ordnung. Das Spiel lebte von seiner Intensität, spielerisch blieb doch so einiges auf der Strecke. Ein ganz besonderer Dank ergeht an die Gastspieler, welche dem TSV diesen Auftritt erst ermöglichten. Damit ist die Saison beendet und dem aufmerksamen Beobachter wird nicht entgangen sein, dass gerade im letzten Saisondrittel mehr und mehr der Schlendrian einzog. Die Organisatoren fühlten sich mehrfach im Stich gelassen, es kam kaum mehr eine Mannschaft zusammen und es fehlte einfach der rote Faden. Nur wenn ausreichend Akteure die Bereitschaft mitbringen, zuverlässig für die AH aufzulaufen, kann ein durchgängiger Spielbetrieb aufrecht erhalten werden. Zudem zeigt eine solche Zuverlässigkeit auch eine gewisse Wertschätzung den Organisatoren gegenüber. Man erahnt oft nicht, welche Mühen hinter solch einer Organisation stecken. Diese doch teilweise etwas verkorkste Saison ist nun zu Ende, aber es ergeht die dringlichste Bitte an die gesamte Mannschaft, sich doch bitte einmal ernsthafte Gedanken zu machen, wie es nächstes Jahr weitergehen soll. Der momentan eingeschlagene Weg ist sicher nicht das Optimale und so sollten wir uns alle Mal Gedanken machen, in wie weit wir unsere persönliche Zuverlässigkeit und Bereitschaft, bei den AH mitzuwirken, steigern können, um zum einen auch in Zukunft schöne, gemeinsame Fussball Freitagabende verbringen zu können und zum anderen den Organisatoren nicht das Gefühl zu geben, dass ihre Arbeit uns egal ist. Jeder wird gebraucht, auch wenn es dann mal wieder 16 Mann sind. Nächste Woche spätestens sind es schon wieder wesentlich weniger. Also lasst uns mal jeder für sich seine Gedanken machen, wie wir in Zukunft dafür sorgen können, dass es nächstes Jahr alles wieder etwas positiver läuft. Es wäre so schade, wenn die AH-Abteilung zu einem sinkenden Schiff verkommen würde.

 

Es spielten: Gamper – Lottes, Scholze, Kolb, Lohr, Körber – Wolfrum, Dick, Matijevic, Greim, Fraaß – Kauer.

 

1:0

1:1 Matijevic

TSV Bad Berneck - TSV Fichtelberg 4:2 (1:0)

14.9.12

 

Der Spielplan dieser Saison hatte es so vorgesehen, dass die TSV-Anhängerschaft an diesem Abend ihre Idole das letzte Mal im heimischen Klangstadion bewundern konnte. So war es dann nur wenig verwunderlich, dass auf den Rängen reger Zuspruch herrschte. Vor allem auf der Ehrentribüne fanden sich durchaus prominente Schlachtenbummler wie der geschäftsführende Beamte des Bad Bernecker Rathauses Werner Seifert, der Sportwart der Kurstadt Erwin Kießling oder das TSV-Idol der 90er Jahre Mario Bauer. Bei solch geballter Kompetenz auf den Rängen verwundert es kaum, dass die Akteure auf dem Platz ganz besonders motiviert waren. Wie ihre Vorbilder im Fanblock wollten auch sie durch harte Arbeit zum Erfolg kommen. Dem aufmerksamen Besucher fiel beim Blick auf den Spielberichtsbogen sofort auf, dass im Trikot des TSV zwei Akteure ihr Saisondebüt feierten: Christoph Schmitz – vom Spielertyp her ein Allrounder wie Legende Wolfgang Marchner - , welchen es beruflich vom Rhein an die Ölschnitz zog und Florian Gottschalk, welcher als Gastspieler endlich mal mit seinen Idolen, welche er bislang nur aus den Gazetten kannte, auf demselben Platz stehen wollte. Auch Sandro de Gaetani war nach längerer Abstinenz wieder im Kader. Insgesamt konnte sich der TSV-Kader an diesem Abend wahrlich sehen lassen, nur die Position des echten „Zehners“ und Taktgeber Günther Heidenreich blieb unbesetzt, da kein adäquater Mann den Ausfall der Wasserknodener Legende kompensieren konnte. Als Referee musste gezwungenermaßen Jörg Lottes agieren, da mehrere erfahrene Unparteiische wie Toni Nüssel (terminlich verhindert), Rainer Völkl (Rückenprobleme) oder Radu Enache (unabkömmlich, da mit Stornierung von Unterkünften und Aktivitäten beschäftigt) fehlten.

Zu Beginn der Partie tasteten sich beide Teams zunächst ab und so blieben Chance Mangelware auf beiden Seiten. Bad Berneck blieb immer wieder im dicht gesponnenen Abwehrnetz der Gäste hängen und Fichtelberg traute sich nicht, einen Klassemann wie Rainer Gamper ernsthaft zu prüfen. Als sich die Ehrentribüne nun immer mehr ihren Bratwürsten widmete, dachte sich Klaus Scholze, dass er den Blick der Essenden wieder mehr Richtung Spielfeld drehen muss. So bediente er mit einer herrlichen Hereingabe Michael Kauer, welcher im Stile eines Klassemanns per Kopf vollendete. Jedoch machte er seine Rechnung ohne die Luchsaugen von Referee Lottes. Dieser erkannte wegen einer Abseitsstellung den Treffer nicht an. Sandro de Gaetani schmeckte dies überhaupt nicht und so schmiedete er einen Plan, die Kugel erneut in Kontakt mit den Fichtelberger Maschen zu bringen. Nach schönem Zuspiel setzte er seinen gestählten Körper geschickt ein und vollendete eiskalt zur viel umjubelten 1:0 Führung. Nun war das Spiel auch wieder interessanter als die Würste und die Fans standen wie eine Eins hinter ihrem Team. Jörg Zink sollte dies besonders beflügeln, als er zwei brandgefährliche Fernschüsse abfeuerte, welche der Gästekeeper im Stile eines Klassemanns entschärfte. In der Defensive ließen die Einheimischen um den McRib-gestärkten Thomann in dieser Phase fast nichts anbrennen, so dass es mit einer knappen Führung zum Pausentee ging.

Während so mancher Akteur eine Halbzeitpause auch schon mal zu einem Trikottausch nutzt, sollten an diesem Abend Jörg Lottes und Roland Körber die Pfeife tauschen. Christoph Schmitz nahm nun die Position des Manndeckers ein, während Klaus Scholze einen Schlussstrich unter seinen heutigen Auftritt zog. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte waren die Platzherren tonangebend. Klare Torchancen konnte man sich aber nicht erarbeiten, da die Defensivakteure aus Fichtelberg ihr Handwerk auf ganzer Linie verstanden. Leider sollte dann ein Gästeakteur das Fairplay mit Füßen treten. Er drang in den einheimischen Strafraum, musste aber rasch feststellen, dass mit Feulner, Quindt und Gottschalk gleich 3 Bad Bernecker seine Kreise einschränken wollten. Also entschloss er sich, völlig abgehoben zu Boden zu gehen. Befürchtete man schon, dass er einen Kreislaufkollaps erlitt, so stellte sich rasch durch seine Aussage „Man muss es eben mal probieren“ heraus, dass es sich hier um eine ganz ordinäre Schwalbe handelte. Der bedauernswerte Referee kannte sich mit Vogelarten leider nicht allzu sehr aus und war der Meinung, dass Schwalben geschützt werden müssen. So zeigte er auf den ominösen Punkt, was die Gäste mit dem Ausgleich beantworteten. Eine unschöne Situation, in welcher man nicht dem Schiedsrichter, sondern dem Vogelfan die Schuld zuweisen muss. Glücklicherweise ließen sich die Einheimischen von diesem Tiefflieger nicht aus dem Konzept bringen. Angetrieben über den äußerst agilen Lottes und Libero Feulner spielte man konsequent nach Vorne. Leider aber befanden sich in der Gästedefensive zahlreiche Meister ihres Fachs, so dass Torchancen Mangelware blieben. Libero Feulner sah sich daher gezwungen, ein fussballerisches Machtwort zu sprechen, indem er mit Urkräften die Kugel Richtung Fichtelberger Tor hämmerte. Auch dieses Mal wurde die von Leder umhüllte Luft wieder abgeblockt, doch reagierte Fraaß gedankenschnell und beförderte den zurückprallenden Ball in die Fichtelberger Maschen. Die Anzeigetafel sprang voller Freude auf 2:1. Der Gefolgschaft der Kurstädter war nun die Zuversicht auf 3 Punkte ins Gesicht geschrieben, jedoch sollte diese rasch einen Dämpfer erhalten. Der zurückgeeilte Torschütze zum 2:1 attackierte sicher etwas übermotiviert einen Fichtelberger Angreifer im Bad Bernecker Strafraum, spielte dabei jedoch eindeutig den Ball. Da jedoch der Attackierte schrie, als hätte diese Attacke das Ende seiner Karriere bedeutet, zauberte Referee Körber das beste Heilmittel gegen solche Art von Verletzungen aus dem Hut: er pfiff und bestrafte diese Aktion mit einem Freistoß auf der Strafraumlinie. Der soeben noch schwerst verletzte besann sich daraufhin auf seine Selbstheilungskräfte und setzte das Spiel quicklebendig fort. Den Freistoß verwandelten die Fichtelberger zum 2:2 Ausgleich. Die Atmosphäre war nun aufgeheizt und Schiedsrichter Körber hatte alle Hände voll zu tun. Bad Berneck steckte jedoch nicht den Kopf in den Sand und schnürte den Gegner konsequent ein. Als Gottschalk ein Kopfballduell für sich entschied und Lottes gedankenschnell die Kugel zu Zapf-Legende Zink weiterleitete, zeigte dieser seine Extraklasse, indem er platziert seine Farben erneut in Front schoss – 3:2. Damit war der Widerstand der Gäste endgültig gebrochen und so trumpfte Michael Kauer in den letzten Minuten noch groß auf. Zunächst machte er Bekanntschaft mit dem Fichtelberger Quergestänge, eher er in der Schlussminute nach herrlichem Lottes-Zuspiel den 4:2 Endstand markierte.

Letztlich gewann der einheimische TSV dieses Fichtelgebirgsduell hoch verdient. Die Gäste verfügten über eine glänzende Defensive, zeigten aber nach Vorne zu wenig Durchschlagskraft. Bad Berneck überzeugte vor allem durch Beharrlichkeit und mannschaftliche Geschlossenheit. So sprangen am Ende trotz zweier unglücklicher Ausgleichstreffer die angepeilten 3 Punkte heraus. In der Kabine blickte Kapitän Lottes bereits nach Vorne und sprach die Planungen für nächste Saison an. Auch kritisierte er die nicht ausreichende Aktualität der Homepage und schlug daher „Lottes Blog“ vor, in dem er dann tagesaktuell über die Geschehnisse rund um das TSV-Team berichten könne. Als Einstiegskapitel würde er dann über den Kindergarten eines Bayreuther Vereins berichten, Kapitel 2 hätte dann immerhin schon Vorschulniveau und würde sich mit der Thematik „Fahrten, Ausflüge und Aktivitäten – so sage ich sie wieder ab“ beschäftigen. Zeitungsmogul Wolfrum war zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Empfehlen von Wertanlagen beschäftigt. Hierbei empfahl er das Sammeln von Ausgaben des Bad Berneckers Stadtanzeigers. Als beeindruckendes Exempel zeigte er eine Ausgabe von 1999 (welche auf dem Titelbild u.a. den Chef des Rainer Gamper Verlags zeigte) und berichtete: „Damals für den Preis von 1 DM zu haben, heute schon 1,50 € wert – eine absolut sichere Wertanlage.“ Fachleute erwarten nach diesem heißen Tipp ein deutliches Absatzplus bei den kommenden BBS-Jahrgängen. Die Tatsache, dass Aktionär Feulner diesem Wertanlagenvorschlag nicht widersprach, lässt den Tipp als noch heißer erscheinen. Ein besonderer Dank gilt Jörg Lottes und Roland Körber für ihre Schiedsrichterdienste sowie dem TSV Fichtelberg, ein fast schon abgesagtes Spiel mit 11 Mann doch noch realisiert zu haben. Nächste Woche wartet dann eine schwere Auswärtsaufgabe in Neudrossenfeld – dieses Jahr hoffentlich mit Linienrichter.

 

Es spielten: Gamper – Feulner, Quindt, Schmitz, Thomann, Wolfrum – Körber, Gottschalk, Scholze, Lottes, Fraaß, Verdel, Zink – Bahar, de Gaetani, Kauer.

 

Statistik:

1:0 de Gaetani

1:1

2:1 Fraaß

2:2

3:2 Zink

4:2 Kauer

TSV Bad Berneck - FC Gefrees 4:6 (3:2)

31.8.2012

 

Nach langer Sommerpause hatte das Warten für die TSV-Anhänger nun endlich ein Ende. Als Gegner präsentierte sich mit dem FC Gefrees ein Meister seines Fachs. Die letzten Jahre geriet man mehrfach unter die Räder der Gäste. Auch dieses Mal suchte der Fan in der Stadionzeitung einige prominente Namen vergebens. So wanderte Wolfrum in den Bergen anstatt auf dem Spielfeld, die Aktien von Feulner standen nicht hoch genug, um seine Präsenz realisieren zu können, Abwehrass Fuchs wurde durch eine Verletzung verhindert und Günther Heidenreich, der einzige, welcher letzte Saison das Gefreeser Bollwerk durchbrechen konnte, stand ebenfalls nicht im Aufgebot. Dafür sollte man mit dem ehemaligen FC Bacau-Akteur Enache einen echten Ruhepol als Libero aufbieten können, welcher der Abwehr die nötige Stabilität verleihen sollte.

Das Spiel war gerade erst angepfiffen, da sprangen die einheimischen Supporter bereits das erste Mal jubelnd auf. Verteidiger Kolb schlich sich unbemerkt mit nach Vorne und zog aus 16m trocken ab. Sein Schuss ebnete sich den Weg durch Freund und Feind direkt in die Gefreeser Maschen zur umjubelten TSV-Führung. Kurz darauf scheiterte Jörg Zink um Zentimeter an der Gefreeser Latte, ein Schuss von Fraaß konnte das Gästetorsteher entschärfen und so herrschte der Eindruck, dass die Platzherren den Gegner im Griff hätten. Leider aber konnten die Gefreeser diesen Eindruck bald widerlegen. Nach einer Unordnung in der Bad Bernecker Defensive spazierte der FC-Angreifer wie ein Eiskunstläufer hindurch und markierte den 1:1 Ausgleich. Rainer Linhardt beobachtete dies mit seinen Luchsaugen ganz genau und dachte sich, dass diese Luchsaugen nicht nur zum Beobachten von Gegentoren da seien. So schnappte er sich das Leder auf Höhe der Eckfahne, tätigte kurz einen prüfenden Blick und zelebrierte daraufhin das runde Spielgerät dank seiner Luchsaugen aus unmöglichem Winkel in die Gefreeser Maschen – 2:1. Als der Jubel darüber gerade im einheimischen Fanblock wieder auf die Lautstärke des Ertragbaren sank, brandete die Stimmung erneut auf. Grund hierfür war das Eintreffen eines echten TSV-Stars: Sandro de Gaetani mischte sich zivil in Begleitung eines mit Gerstensaft gefüllten Glases unter seine Fans. Dies beflügelte auch ganz besonders Rainer Gamper. So diktierte er nach dem Spiel in die Notizblöcke der wartenden Journalisten: „Als ich sah, dass der Sandro das Stadion betrat, dachte ich mir, dass ich nun etwas ganz Außergewöhnliches zeigen muss. Also entschloss ich mich, die mustergültige Lottes-Flanke nicht direkt zu verwandeln, sondern zuerst eine Kerze im Strafraum zu schlagen, um danach den herunterfallenden Ball per Kopf verwandeln zu können.“ So kam es dann auch und die Anzeigetafel schwenkte fröhlich auf 3:1 um. Diese Fröhlichkeit war bei Keeper Maßberger dann erstmal nicht mehr zu sehen. Dank wertvoller Tipps gewisser Mitspieler entschloss er sich zu einer Kostprobe seiner Stimmbänder. Glücklicherweise sind die Festspiele um, ansonsten hätte man ihn bei dieser Urgewalt vielleicht ins Metier der Tenöre abgeworben. Nach dieser Schalldemonstration war die Abwehr mal wieder unsortiert, so dass die Gäste nach mehrmaligen Versuchen auf 3:2 herankamen. Dies stellte dann auch den Pausenstand dar.

Zu Beginn der 2.Hälfte wechselte Enache auf die Position des Schiedsrichters und Lottes ersetzte ihn als Libero. Die Gäste drehten nun richtig auf, während sich bei den Einheimischen die Reservebank zusehends leerte. Der FC Gefrees spielte jetzt Einbahnstraßenfussball und so war der Ausgleich nur eine Frage der Zeit. Dieser fiel dann auch nach einem erneuten Gestochere und auch das 3:4 ließ nicht lange auf sich warten. Doch zeigten die von de Gaetani angefeuerten Moral und schlugen durch Gamper eiskalt zurück – 4:4. Wer nun hoffte, dass die Ölschnitzkicker das Blatt nochmals wenden können, sah sich getäuscht. Die Gefreeser agierten zu clever und machten kurz vor Schluss mit einem Doppelschlag den Sack endgültig zu. Somit werden die Fachmagazine am Montag eine 4:6 Heimniederlage in ihre Printausgaben drucken müssen.

Zu Beginn des Spiels agierte der TSV äußerst diszipliniert und war verdient die tonangebende Mannschaft. Leider verlor man mehr und mehr die Ordnung und musste ein weiteres Mal erfahren, dass dies von Klassemannschaften bestraft wird. Die Gäste konnten sich kontinuierlich steigern und nutzten die Bad Bernecker Unsicherheiten eiskalt. Zudem ging den Einheimischen am Ende auch die Luft aus, da sich die Ersatzbank auch dieses Mal wieder rasend schnell leeren sollte. Nach dem Spiel kam es zur traditionellen Brotzeit mit den Gästen im Sportheim. In diesem Rahmen sprach Doppeltorschütze Gamper die Problematik des Fehlens wichtiger Akteure ganz offen an: „Die Leute haben da immer solche Ausreden wie Familie oder Kinder, auf die sie aufpassen müssen. Übrigens kann ich nächste Woche nicht spielen, weil mein Sohn zu mir kommt.“ Es bleibt zu hoffen, dass dann am kommenden Freitag beim 1.FC Waldstein wieder Punkte eingesammelt werden können.

 

Es spielten: Maßberger – Enache, Lottes, Scholze, Kolb, Quindt – Körber, Fraaß, Trautmann, Verdel, J.Zink – Linhardt, Gamper, Bahar.

 

1:0 Kolb

1:1

2:1 Linhardt

3:1 Gamper

3:2

3:3

3:4

4:4 Gamper

4:5

4:6

TSV Stadtsteinach – TSV Bad Berneck 1:7 (0:3)

 

6.7.12

 

Mit dem TSV Stadtsteinach lud ein Team zum Stelldichein, welches auch in Fachkreisen als schwer einzuschätzen galt. So wussten die Kurstädter nicht wirklich, was sie erwarten würde. Aus diesem Grund wurde man ganz kurzfristig auf dem Transfermarkt aktiv und stattete Allrounder Ron Verdel mit einem Kurzzeitvertrag aus. Zustande gekommen war der Kontakt über die internationalen Verbindungen von TSV-Libero Enache. Auch Sturmtank Kauer meldete sich nach einer Verletzungspause zurück. Im Tor agierte Klassemann Rainer Gamper und sollte für ein sicheres Gefühl bei seinen Mitspielern sorgen. Der Nordeck-Park in Stadtsteinach war leider nicht ganz ausverkauft, vielleicht landeten auch zu viele Tickets im Sponsorenpool. Zudem sorgte ein ganz besonderer Schachzug der Platzherren für Verwirrung: bis unmittelbar vor Anpfiff befand sich ein Schild mit der Aufschrift: Betreten des Rasens verboten ! Doch konnte man die Ballartisten aus dem Fichtelgebirge damit nicht einschüchtern. Unter Führung von TSV-Legende Zink wurde diese Anweisung missachtet, so dass einer professionellen Vorbereitung nichts im Wege stand.

Von Beginn an nahmen die Kurstädter das Heft in die Hand und kombinierten gefällig. Doch sollten die Frankenwälder das erste Ausrufezeichen setzen. Frei vor TW-Ikone Gamper zeigte der Angreifer dann jedoch Nerven und verlor den Mut, den TSV-Goalie zu überwinden. Auf der anderen Seite sollte Jörg Zink diese Skrupel dann nicht haben. Nach herrlicher Flanke des aufgerückten Liberos Enache vollendete er per Direktabnahme zur verdienten Gästeführung. Nun kam die Zeit der Metallbekanntschaften: zunächst ließ Kraus das Leder an den Pfosten springen, wenig später versuchte es Kauer und zuletzt machte ein Fernschuss Bekanntschaft mit der Stadtsteinacher Latte. Kauer konnte dies nicht für gut heißen und setzte nun zum Doppelschlag an: zunächst köpfte er das Leder gekonnt in die Maschen der Einheimischen, ehe ein platzierter Flachschuss dem Spielgerät ein Déjà-vu-Erlebnis gönnte. Somit zeigte die Anzeigetafel ein 3:0 zur Pause.

Nachdem Ersatzchefanweiser Zink in der Kabine den passenden Ton anschlug, übertrugen seine Mitspieler diese Klänge gekonnt auf den Rasen. So glich das Spiel der Ölschnitztalkicker teilweise einer Symphonie. Nach herrlichem Zuspiel von Kauer konnte Fraaß überlegt auf 4:0 erhöhen. Und als die anwesenden Journalisten ihren Notizblock gerade wieder aus der Hand legten, geschah schon wieder Berichtenswertes: das Ausführen eines Freistoßes traute Enache nur sich selber zu. So schritt er entschlossen in Richtung Kugel und überraschte den Gegner mit einem gekonnten Zuspiel auf Zink. Dieser bedankte sich daraufhin mit dem Treffer zum 5:0. Und es dauerte nicht lange, da traf der Zapf-Angestellte erneut. Nach einer herrlichen Kombination über Kauer und Fraaß setzte er dieser noch das Sahnehäubchen auf. Die Platzherren taten jedoch weiterhin alles, damit der eigene Anhang zumindest etwas milde gestimmt wurde. So tauchte ein quirliger TSVS-Angreifer alleine im Bad Bernecker Strafraum auf. Rainer Gamper packten seine Offensivgelüste, so dass er aus seinem Fünfmeterraum eilte. Leider aber nahm er seine Beine nicht ausreichend in die Hand, so dass der gegnerischer Angreifer ihn überlief, ausspielte und die Kugel in die Bad Bernecker Maschen zelebrierte. Es bleibt zu hoffen, dass der aufstrebende Marktwert von Gamper davon nicht negativ beeinflusst wird. Libero Enache war über diesen Ausflug des TSV-Torstehers jedenfalls nur wenig begeistert. Der Gegner kam durch dieses 1:6 also wieder gefährlich nahe heran, so dass die Kurstädter schon fast ihre Felle davonschwammen sahen. Michael Kolb wollte dieser Sorge Einhalt gebieten und legte ein Solo über den halben Platz hin. Als den Zuschauern vom Hinterherblicken schon fast schwindelig war, setzte Kolb zu einem platzierten Flachschuss an, welchen der Keeper nur noch abklatschen konnte. Der mittlerweile angeschlagen agierende Kauer wurde daraufhin von Fraaß mustergültig bedient und setzte mit dem Treffer zum 7:1 den Schlusspunkt.

Obwohl die Gäste gerade einmal mit 11 Mann antraten, zeigten sie eine äußerst ansprechende Leistung. Gerade die mannschaftliche Geschlossenheit war ein Garant für einen niemals gefährdeten Sieg. Nach dem Spiel feierte Roland Körber in der Kabine den Sieg mit einem ganz besonderen Deo. Dabei sprühte er großzügig Duftproben in den Raum, so dass manch ein Mitspieler schon Sorge hatte, was seine Frau denkt, wo er wohl gewesen sein könnte. So verließ der TSV als ziemlich dufte Typen das Sportgelände des TSV Stadtsteinach.

 

Es spielten: Gamper – Enache, Thomann, Quindt, Körber – Verdel, Kolb, Kraus, J.Zink – Fraaß, Kauer.

 

Statistik:

0:1 J.Zink

0:2 Kauer

0:3 Kauer

0:4 Fraaß

0:5 J.Zink

0:6 J.Zink

1:6

1:7 Kauer

TSV Bad Berneck - SV Heinersreuth 6:4 (4:2)

29.6.12

 

Nach zwei spielfreien Wochenenden durften die einheimischen Vereinsanhänger wieder einmal ihre Idole live im Klangstadion erleben. So verwunderte es auch nicht, dass sich ein paar Akteure der Lizenzspielerabteilung unter die Zuschauer mischten. Diese durften dann auch Aktionär Feulner wieder einmal von Nahem bestaunen. Gerade er wurde die letzten Wochen schmerzlich vermisst, so dass man ihn zuletzt mehr auf Postern in Kinderzimmern als auf dem Spielfeld betrachten konnte. Insgesamt brachte ein Blick auf die TSV-Aufstellung dem versierten Zuschauer rasch den Eindruck, dass es sicher schlechtere Fußballer auf diesem Planeten geben mag. Aber auch die Gäste boten mit Eishockeylegende Horst Bärnreuther einen echten Star auf. Geleitet wurde die Partie von Schiedsrichteryoungster Markus Trautmann.

Das Spiel war gerade erst angepfiffen, da jubelte der Gästefanblock bereits das erste Mal. Nach einem scharfen Zuspiel des scharfen Typen Feulner, hatte Mailman Quindt seine Beine falsch sortiert, so dass das Leder keine Lust hatte, mit der Sohle des TSV-Defenders in Kontakt zu kommen. Das Ergebnis war ein kaltschnäuziges 1:0 durch Gästetorjäger Bärnreuther. Die Kurstädter schmiedeten aber rasch Pläne, dass die Fahnen der eigenen Fans nicht ungenutzt bleiben sollten. So dachte sich Allrounder Körber ein herrliches Zuspiel auf Fraaß aus. Dieser umkurvte gleich 2 Gegenspieler und vollendete platziert zum 1:1. Jörg Zink wollte wenig später testen, ob der Treffer von Fraaß nur eine Eintagsfliege war oder nicht. So bediente er diesen mustergültig, so dass der TSV-Angreifer beweisen konnte, dass er sich mit dem Titel Eintagsfliege an diesem Tag nicht anfreunden will – 2:1. Jörg Lottes tat sich da mit dem Toreschießen schon schwerer, als er das Kunststück fertig brachte, die von Leder umhüllte Luft aus einem Meter an die Latte zu dreschen. Auf der Gegenseite machte es Horst Bärnreuther besser und glich zum 2:2 aus. Roland Körber und Jörg Zink machten ebenfalls Bekanntschaft mit dem Heinersreuther Aluminium, ehe sich der ehemalige FC Bacau-Akteur Radu Enache mit in den Angriff einschaltete. Seine Lehrbuchflanke musste Zink nur noch einnicken, so dass die frenetischen Fans erneut aus dem Häuschen waren. Zink fand nun Gefallen am Gefeiertwerden und erhöhte wenig später auf 4:2. Nun schlug die Stunde der Heinersreuther Hilfsschiedsrichter. Sie gaben bereitwillig und kostenlos Referee Trautmann wertvolle Ratschläge in Sachen Regelkunde, woraufhin sich dieser wie in einer Schiedsrichterschulung gefühlt haben muss. Als die eifrigen Tippgeber aber den Eindruck hatten, dass der aus ihrer Sicht Regelunkundige nicht die nötige Aufmerksamkeit aufbringe, ermahnten sie ihn mit einem freundlichen „Du blinder Depp.“ Der Referee war danach äußerst erstaunt, als die Lippen des Wortakrobaten dazu verlauten ließen: „Beschimpft habe ich niemanden.“ So konnten alle Anwesenden noch etwas lernen. In der Halbzeitpause nutzte Wolfrum die Gunst der Stunde und ließ sich von Mitspieler Enache den Rücken massieren.

Die 2.Hälfte begann mit einer Drangphase der Gäste, in welcher Keeper Nüssel das ein oder andere Mal unter Beweis stellen musste, weshalb er Keeper Enache mittlerweile verdrängt zu haben scheint. Nach einer herrlichen Kombination konnte Bärnreuther jedoch auf 3:4 verkürzen. Doch rissen sich die Einheimischen am Riemen und stellten durch TSV-Urgestein Zink den alten Abstand wieder her. Zuvor hatte Glass gekonnt den Ball durchgelassen, so dass Zink seinen Vorsprung in der Torjägerliste ausbauen konnte. Horst Bärnreuther schien darüber weniger erfreut und wuchtete das Leder bereits zum vierten Mal in die Bad Bernecker Maschen. Doch fand auch Matthias Kraus Gefallen an diesem Spielchen und stellte einen erneuten Zwei-Tore-Abstand wieder her. Nun ließ Horst Bärnreuther die Flügel hängen und stellte das Toreschießen ein. Hätten die Mannen aus dem versteckten Paradies in der Schlussphase etwas konzentrierter abgespielt, wäre die Anzeigetafel vermutlich noch mehr in Bewegung geblieben. So sprang am Ende aber dennoch ein verdienter 6:4 Heimsieg heraus.

Nach dem Spiel lud man die Gäste noch zum Grillen ein, ja selbst Referee Trautmann zeigte sich für die vielen wertvollen Tipps so dankbar, dass er es sich nicht nehmen ließ, selber am Grill die erste Geige zu spielen. Je später der Abend wurde, desto mehr gesellten sich auch junge Fans unter die TSV-Stars. Dabei klärte Aktionär Feulner bereitwillig seinen Sprössling über den ihm gegenübersitzenden Dauerbrenner Matthias Kraus auf: „Und das ist unser Schlechtester.“ Der Junior zog daraufhin zufrieden von dannen und es dauerte nicht lange, bis Kraus sich erneut aufs Spielfeld begab, um mit dem Nachwuchs des Vereins Sonderschichten zu schieben, damit sich die Einschätzung des TSV-Liberos hoffentlich bald wieder ändert.

 

Es spielten: Nüssel – Feulner, Kolb, Thomann, Quindt – Lottes, Körber, Wolfrum, Enache, J.Zink, Kraus – Glass, Fraaß.

 

Statistik:

0:1

1:1 Fraaß

2:1 Fraaß

2:2

3:2 J.Zink

4:2 J.Zink

4:3

5:3 J.Zink

5:4

6:4 Kraus

TSV Bad Berneck - TSV Bindlach 3:6 (3:1)

8.6.12

 

Mit dem TSV Bindlach präsentierte sich erneut ein großer Name im TSV-Sportpark. Letzte Saison musste man eine derbe 1:5 Klatsche hinnehmen und auch dieses Mal standen die Vorzeichen schlecht: zahlreiche Altligastars wie Feulner, Zink, Schaller, Mudder, Thomala, Scholze, Kauer, Wolfrum oder de Gaetani fielen urlaubs- oder verletzungsbedingt aus. Um die zahlreich erschienenen Schlachtenbummler nicht zu enttäuschen, musste sich die TSV-Führungsriege einen besonderen Schachzug in Sachen Transferpolitik einfallen lassen So konnte der aufmerksame Besucher zwei große Namen der Lizenzspielerabteilung mit Björn Krodel und Klaus Harreis auf dem Spielberichtsbogen finden. Kenner der Szene ließen verlauten, „dass sich diese Akteure durch konstant gute Leistungen für solch eine Aufgabe empfehlen konnten. Zudem gelten sie auch mental als stark genug, gegen solch einen Klassegegner wie die Bindlacher Bären bestehen zu können.“ Zudem konnte man mit Günther Heidenreich einen ganz Großen seiner Zunft präsentieren. Standesgemäß bekleidete die Nummer 10 seinen Rücken, und auch die Fans waren voller Vorfreude, solch einen Virtuosen beim Dirigieren genießen zu dürfen. Geleitet wurde die Partei vom international erfahrenen Referee Radu Enache.

Die Platzherren legten los wie die Feuerwehr und ließen die Bindlacher kaum zur Entfaltung kommen. Aus einer sicheren Defensive heraus um Libero Krodel zelebrierten die Einheimischen Kombinationsfußball vom Feinsten. Roland Körber nahm daraufhin seine Beine in die Hand und schickte die von Leder umhüllte Luft auf die Reise in Richtung Bindlacher Tor. Das Spielgerät küsste daraufhin den linken Torpfosten, ehe Rainer Gamper die zurückspringende Kugel mit Kusshand aufnahm und sie eiskalt in den Gästemaschen unterbrachte – 1:0. Es schien, als habe die Lederkugel Roland Körber geflüstert, dass ihr seine Streicheleinheit gefallen habe. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass der TSV-Aktivposten das Leder wenig später erneut mit Samtpfoten streichelte, welches ihm als Dank den Gefallen tat, in die Bindlacher Maschen zu hüpfen – 2:0. Und als sich die Zuschauer gerade wieder gesetzt haben, klingelte es erneut im Bärenkäfig. Lottes wuchtete den Ball nach herrlichem Doppelpass mit Trautmann unhaltbar zum 3:0 ins obere Toreck. Der Anzeigetafel wurde mittlerweile schon fast schwindelig und auch die Stadionbuden klagten schon über fehlende Kundschaft, da diese nur noch mit Jubeln beschäftigt war. Die Einheimischen führten sensationell mit 3:0 und wurden nun noch mutiger: man brachte den Regisseur schlechthin, so dass der Fan nun auch die Nummer 10 auf dem Platz genießen durfte. Die Gäste bewiesen jedoch, weshalb sie bei den Buchmachern als Favorit galten und ließen sich nicht aus ihrem Konzept bringen. Der Lohn dafür war der Anschlusstreffer zum 1:3 kurz vor dem Seitenwechsel.

In der Halbzeit gesellte sich mit Rainer Linhardt ein Drittel der kompletten TSV-Vorstandschaft dazu, um die einheimische Offensive noch kreativer gestalten zu können. Leider dauerte es nicht lange, bis das TSV-Lazarett erneuten Zuwachs bekam: mit Fraaß und Trautmann fielen 2 Akteure verletzt aus, so dass die verbliebenen Fichtelgebirgskicker nun voll und ganz auf ihre konditionellen Reserven zurückgreifen mussten. Die Gäste aus der Kolb-Metropole bewiesen nun mehr und mehr, weshalb der Bär ihr Wappen schmückt. Bereits vor dem Spiel informierten zahlreiche Altliga-Fachmagazine über die Eigenschaften von Bären. So stand u.a. geschrieben: „Bären sind Einzelgänger und führen generell eine eher dämmerungs- oder nachtaktive Lebensweise. Zum Schlafen ziehen sie sich oft in Höhlen, hohle Baumstämme oder Erdgruben zurück. Ihre übliche Fortbewegung ist ein eher langsamer und gemächlicher Passgang, sie können im Bedarfsfall aber bis zu 50 km/h schnell laufen. In der Regel klettern Bären gut und können auch ausgezeichnet schwimmen.“ Die Bindlacher gaben sich nun mehr und mehr als echte Bären zu erkennen und bewiesen, wie dämmerungsaktiv sie werden und welch Tempo sie aufnehmen können. Je später der Abend wurde, desto aktiver wurden sie. Lediglich die Fähigkeit des Schwimmens traf eher auf die TSV-Defensive zu als auf die Bindlacher Bären. Sie drängten den einheimischen TSV nun zusehends in deren eigene Hälfte und spielten teilweise Katz und Maus mit der Perle des Fichtelgebirges. Beim 2:3 wurde Keeper Maßberger unglücklich getunnelt, beim 3:3 ließ man den Gästeangreifer bereitwillig agieren und fing sich aus kurzer Distanz den Ausgleich. Das 3:4 fand via Bogenlampe seinen Weg in die Maschen der Klangkicker. Auch in der Folgezeit zeigte sich, dass man es versäumte, den Bindlacher Bären Höhlen oder Erdgruben in Form einer aktiven Gegenwehr anzubieten, so dass sie eventuell auf die Idee gekommen wären, Schlafen zu gehen. Vielmehr entwickelten sich die Gäste immer mehr zu echten Problembären für die TSV-Defensive und belohnten ihren mitgereisten Fanclub mit dem 3:5. Wenig später machten sie das halbe Dutzend voll, was bei Keeper Maßberger nicht gerade für Begeisterungsstürme sorgte. Es war nun deutlich zu merken, dass die TSV-Defensive ihre bärigen Gegenspieler unter Naturschutz stellte und diese deshalb möglichst wenig bei ihren Jagdgängen gestört werden sollten. Am Ende feierte das Starensemble um solch große Namen wie Zapf oder Rieß einen letztlich verdienten 6:3 Auswärtserfolg.

Nach dem Spiel widersprach Regisseur Heidenreich manchen Journalisten, welche auf konditionelle Unterschiede hindeuteten: „Wir waren heute konditionell sicher nicht unterlegen, da wir eine sehr junge Mannschaft hatten, welche mit den Gästen hätte problemlos mithalten können.“ Es ist nicht auszuschließen, dass der aufmerksame Schlachtenbummler schon jugendlichere Fußballmannschaften gesehen haben mag. Immerhin war ein echter Zehner dabei, aber leider waren die Bären an diesem Abend so hungrig, dass sie sich auch von großen Namen nicht beeindrucken ließen. Gerade in der 2. Hälfte präsentierten sich die Gäste erfolgshungrig wie echte Bären, wären die Bad Bernecker doch eher gutmütig wie Teddybären ihre Gegenspieler gewähren ließen. Daher kann dem Bad Bernecker Fan, welcher das Spiel als Aufzeichnung im Fernsehsessel noch verfolgen möchte, nur empfohlen werden sich auf das Ansehen der 1.Hälfte zu beschränken. Die Gästefans werden sich wohl eher die 2.Hälfte archivieren. Ein besonderer Dank ergeht an die Lizenzspielerabteilung und deren privater Ausrüster, einem Einsatz von Krodel und Harreis an diesem Abend zugestimmt zu haben sowie an Referee Enache für eine tadellose Leistung. Auch nächste Woche wartet mit dem FC Gefrees ein echter Hochkaräter.

 

Es spielten:

Maßberger – Krodel, Harreis, Thomann, Kolb, Quindt – Körber, Lottes, Güner, Trautmann, Fraaß - Heidenreich, Linhardt, Gamper

 

1:0 Gamper

2:0 Körber

3:0 Lottes

3:1

3:2

3:3

3:4

3:5

3:6

TSV Bad Berneck - TSV Donndorf 3:6 (0:4)

1.6.12

 

Mit dem TSV Donndorf stellte sich ein wahrer Meister seines Fachs im Klangstadion vor. Neben den bewährten Stammkräften bot der Gast auch zahlreiche junge Herren auf, um die Punkte auch tatsächlich aus der Kurstadt entführen zu können. Die Gastgeber mussten auf zahlreiche Stammkräfte wie Wolfrum (schaute sich lieber die Welt von oben aus den Bergen an), Feulner (schonte seinen Body, um im Urlaub fit zu sein), Schaller (umgarnte seinen Arm mit weißem Calciumsulfat), Thomala (eiferte seinem Vorbild Raimund Schaller in Sachen Armbekleidung nach), Körber (Verschnaufpause in Form eines Urlaubs) oder de Gaetani (unsichtbares Erscheinungsbild) verzichten. Dafür feierte Enache sein Saisondebüt und auch Altligastar Bernhard Mudder griff nach längerer Verletzungspause wieder ein. Auf den Rängen sollte sich nach und nach so einiges an Prominenz versammeln. Grund hierfür war sicherlich auch, dass nach dem Spektakel ein weiteres Spektakel wartete: Bratwürste und Steaks warteten darauf, vertilgt zu werden. So sah man auf der Haupttribüne TSV-Idole wie Mario Bauer, Raimund Schaller oder Udo Thomala. Als Referee fungierte der erfahrene Fleischereifachbereichsleiter Toni Nüssel.

Der TSV begann forsch und setzte mit einem Fernschuss durch Jörg Zink das erste Ausrufezeichen. Wenig später folgten zwei weitere Halbchancen für die Einheimischen, doch riefen diese beim gegnerischen Torsteher nicht gerade Zähneklappern hervor. Auf der Gegenseite sah man sich dann leider nicht in der Lage, dem Donndorfer Angreifer Geleitschutz zu bieten, so dass dieser kinderleicht in den Bad Bernecker Strafraum spazierte und eiskalt zur Gästeführung einnetzte. Wenig später griff dann Keeper Maßberger während einer Ecke daneben und ermöglichte dem Donndorfer Starensemble das 2:0. Die Platzherren schienen nun konsterniert und ergaben sich ihrem Schicksal. So wurde das Toreschießen den Gästen leicht gemacht. Das 3:0 ergab sich aus einem Hühnerhaufen heraus, während das 4:0 wieder auf fehlendem Begleitschutz basierte. Kurz zuvor vergab Bahar die Riesenchance zum Anschlusstreffer. Kurz vor dem Pausentee fiel Fraaß verletzt aus, so dass man für die 2.Hälfte nur noch 11 Mann hatte.

Diese schmolzen dann wenige Minuten nach Wiederanpfiff auf die Zahl 10, da Manndecker Scholze verletzt vom Platz musste. Und auch Kämpfer Bernhard Mudder merkte mehr und mehr seine alte Verletzung und humpelte nur noch. Damit standen nun 11 Donndorfer 9,5 Bad Berneckern gegenüber. Wer nun aber dachte, dass die Gästefans minütlich jubeln durften, sah sich getäuscht. Der TSV riss sich am Riemen und verschaffte sich durch den Experten für heiße Fracht, Stefan Quindt Respekt. Dieser ließ seine Gegenspieler wie Slalomstangen stehen und zelebrierte das Bündel heiße Luft genau unter die Kante der Latte in die Donndorfer Maschen. Die Gegner waren so tief beeindruckt, dass sie den nun in den Sturm beorderten Markus „TRUTL“ Trautmann nicht mehr einfangen konnten, als dieser seinen Weg zum Tor wie eine Gazelle suchte, um die Kugel dann mit Urgewalten in die Maschen zu hämmern. Volkan Bahar fiel daraufhin ein, dass es nicht schlecht wäre, wenn die Presse auch über ein Tor von ihm berichten würde. Um die Grundlage dafür zu bieten, umkurvte er den Donndorfer Torhüter und verwandelte zum 3:4 Anschlusstreffer. Die Fans witterten nun wieder Morgenluft, mussten aber bald den nächsten Dämpfer hinnehmen. Torschütze Trautmann verletzte sich in einem Zweikampf und musste für 10 Minuten vom Feld. Mudder humpelte immer mehr und so war man plötzlich nur noch 8,5 Feldspieler. Die Gäste nutzten dies eiskalt und stocherten die Kugel nach einer Glanzparade von Maßberger zum 5:3 über die TSV-Linie. Obwohl der Bad Bernecker Keeper noch mehrfach im Stile eines Klassemanns agierte, sorgten die Bayreuther Vorstädter mit dem 6:3 für die endgültige Entscheidung. Dies sorgte bei TSV-Wiesel Zink nicht gerade für Erheiterung, so dass er bereitwillig Auskunft über sein Inneres gab: „Ich könnte gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen müsste.“ Vor lauter Beschäftigung mit seinen Magensäften war es ihm entgangen, dass die Platzherren teilweise in doppelter Unterzahl agierten, während die Gäste über mehrere Auswechselspieler verfügten und doch stark verjüngt auftraten. Insgesamt muss vor allem die Moral der zweiten Hälfte gelobt werden. Dass am Ende die Kräfte ausgingen, war zu erwarten.

Um diese möglichst rasch wiederzuerlangen, lud Grillmeister Thomala anschließend zu Tische. Dabei servierte er mit links Köstliches vom Grill und stand auch dem ein oder anderen Fan für ein Erinnerungsfoto zur Verfügung. Besonders gelobt wurden auch die Salate aus dem Hause Jörg Zink, dessen Motto war: „Nicht nur auf dem Feld produziere ich Genussvolles, sondern auch danach.“ Die Vielseitigkeit mancher TSV-Akteure eröffnet dem aufmerksamen Betrachter immer wieder das Verständnis, weshalb manche TSV-Idole solch eine große Anhängerschaft haben. Um vor all diesem Fanrummel einmal zu entfliehen, düst der TSV-Salatprofi nun für einige Tage in die Türkei. Dort bleibt für ihn zu hoffen, dass der Rummel um seine Person überschaubar bleibt, damit er dann mit Bärenkräften wieder in seine Heimat zurückkehren kann. Nächste Woche präsentiert sich mit dem TSV Bindlach der nächste Hochkaräter im Stadion der Kurstadt. Aufgrund mehrerer Ausfälle kann man damit schon fast von einem Duell David gegen Goliath sprechen.

 

Es spielten: Maßberger – Enache, Scholze, Mudder, Thomann, Lottes – Quindt, J.Zink, Kraus, Trautmann – Fraaß, Bahar.

 

Statistik:

0:1

0:2

0:3

0:4

1:4 Quindt

2:4 Trautmann

3:4 Bahar

3:5

3:6

TSV Bad Berneck - TSV Neudrossenfeld 0:0

11.5.2012

 

Schon seit Wochen wurde in zahlreichen Sportmagazinen über das erwartete Spitzenspiel zwischen den beiden TSVs aus Bad Berneck und Neudrossenfeld berichtet. Zahlreiche Experten wollten sich jedoch auf einen Favoriten nicht festlegen und so war auch bei den Buchmachern kein klarer Favorit auszumachen. Letzte Saison mussten die Kurstädter beide Male die volle Punktzahl dem Gegner überlassen. Gerade im Rückspiel war der entscheidende Faktor für die Niederlage eine ungeklärte „War der Ball aus ?“ Angelegenheit, welche aufgrund eines fehlenden Linienrichters bis heute nie wirklich aufgeklärt werden konnte. Als der Gästemannschaftsbus vorfuhr, konnte der aufmerksame Fan bereits erkennen, dass der Gast alles aufbot, was Rang und Namen hat. Doch auch die Teampräsentation der Platzherren durch den einheimischen Stadionsprecher beinhaltete so manch großen Namen. Allein die Prominenz in der Ehrenloge – u.a. versammelten sich dort Radsportlegende Dieter Hermann, TSV-Altstar Mario Bauer, TSV-Waschbrettbauch Wolfrum, TSV-Denkmal Rainer Völkl oder TSV-Knipser Sandro de Gaetani – gab dem aufmerksamen Beobachter ein kleines Gefühl für den Stellenwert dieses Schlagerspiels. Vergebens suchte man dieses Mal Ballstreichler Feulner und auch Taktgeber und Dirigent in Personalunion, Günther Heidenreich war lediglich auf Sammelbildern im Fanshop zu sehen. Dafür feierten der durch Bernhard Mudders private Fussballschule in Köslar gestählte Michael Kolb und ein Drittel der TSV-Vorstandschaft Rainer Linhardt ihr Saisondebüt. Den Gästefans wurde schnell bewusst, dass dies kein Zuckerschlecken werden würde. Geleitet wurde die Partie vom international erfahrenen Referee Radu Enache.

Das Spiel war erst wenige Sekunden alt, da unterlief Fraaß ein haarsträubender Fehlpass, welchen die Gäste um ein Haar zur Führung genutzt hätten. Nur dank einer großartigen Parade von Torsteher Gamper blieb die Anzeigetafel bewegungslos. Die Einheimischen zeigten früh, dass sie durch Zirkulation Ball und den Gegner laufen lassen wollten. Neudrossenfeld stemmte sich jedoch dagegen und setzte auf eine kompakte Defensive. Die Bad Bernecker nahmen nun immer mehr das Heft in die Hand, ohne jedoch wirkliche Glanzpunkte zu setzen. Diese setzte denn um ein Haar das Starensemble des Landesligavertreters. Nachdem sich der Gästestürmer energisch im Strafraum durchgesetzt hatte, bugsierte er die von Leder umhüllte Luft an den linken Torpfosten. Von dort tanzte die Kugel über die Torlinie zum rechten Torpfosten, um anschließend liebevoll von Keeper Gamper in die Arme genommen zu werden. Fortuna trug in diesem Moment ein Trikot aus der Prenzelschen Kleidersammlung. Doch ließen sich die Lottes-Schützlinge von dieser Schrecksekunde kaum beeindrucken und legten weiter mächtig Kohlen ins Feuer. Der TSV-Express begab sich nun wieder auf die Überholspur und gab mehrere Warnsignale in Form von Weitschüssen ab. Leider aber verfehlten diese ihr Ziel deutlich. Wenig später prüfte Kraus mit einer direkten Ecke die Festigkeit des Neudrossenfelder Aluminiums. Insgesamt sahen die Fanlager beider Seiten aber wenige Torraumszenen, da beide Teams über starke Defensivreihen verfügten. So bat der Unparteiische zum Pausentee.

Auch in der 2.Hälfte nahmen die Platzherren die Zügel wieder in die Hand und schnürten nun phasenweise den Gegner in dessen eigener Hälfte ein. Die Gäste konnten sich nur noch selten aus der Umklammerung lösen und konzentrierten sich nun mehr und mehr darauf, die TSV-Angreifer nicht mehr aus den Augen zu lassen. Dies schuf Räume für das nachrückende Mittelfeld und so setzte erneut Kraus einen Freistoß an das gegnerische Torgestänge. Zink und Lottes scheiterten mit zwei weiteren Freistößen, ehe sich Lautsprecher Thomala die größte Chance des Spiels bieten sollte: nach herrlicher Vorarbeit scheiterte er freistehend aus 8m Entfernung, als er die Kugel einem Verteidiger an die Hand knallte. Da dieser sich nicht auflösen konnte - eine Eigenschaft, welche Thomala in diesem Moment sicher nicht begrüßte – ließ der Referee zu Recht weiterspielen. Der einheimische Fanblock hatte den Jubel schon auf den Lippen, musste sich dann aber wieder enttäuschte in seine Sessel fallen lassen. Den Ölschnitzkickern lief nun die Zeit davon und so setzten sie alles auf eine Karte. Nach einem Ballverlust von Thomala standen auf einmal 3 Gästeangreifer Keeper Gamper gegenüber. Den ersten stoppte er wagemutig, den Nachschuss blockte Lottes ab und den erneuten Abpraller entschärfte Gamper im Stile eines Klassemanns. Es wäre nicht verwunderlich, wenn dem Agenten des Bad Bernecker Torhüters demnächst wieder zahlreiche Angebote aus ganz Europa auf den Schreibtisch flattern würden. In der Schlussphase rannten leider nicht nur die Bad Bernecker, sondern auch die Zeiger der Schiedsrichteruhr. Die Gäste warfen all ihr Können in die Wagschale, um zumindest diesen einen Punkt zu verteidigen, was ihnen dann letztlich auch gelingen sollte.

Unmittelbar nach Abpfiff sprach der Neudrossenfelder Defensivartist Alexander Klein von einem glücklichen Punktgewinn für seine Mannen. In der Tat zeigte der einheimische TSV eine starke Mannschaftsleistung. Dadurch brachten sie die Gäste an den Rand einer Niederlage. Jedoch blieb auch das Starensemble aus Neudrossenfeld jederzeit durch schnelle Konter brandgefährlich, so dass das Unentschieden sicher für beide Teams in Ordnung ging. Auf seine Heldentat angesprochen, sprudelte Rainer Gamper in die Mikrofone wartender Journalisten: „Heute hatte ich weder meine Businnes Fieß noch meine Fussboll Fieß dabei. Heute hatte ich meine Sprungfedern dabei.“ Trotz aller Anerkennung für eine starke Mannschaftsleistung ließ 20 €-Fan Wolfrum auch kritische Worte über seine Lippen gleiten. Diese waren besonders aktiv, als Thomala den Ball vor Gampers Glanzparade verlor: „Da liest man Woche für Woche in Fachmagazinen über die glorreichen alten Zeiten einer Legende Udo Thomala, aber die aktuelle Form wird mir zu wenig unter die Lupe genommen.“ Anschließend ölte der ehemalige TV Oberfranken-Sportkommentator seine Stimmbänder mit einem Gläschen Gerstensaft. Ein besonderer Dank ergeht auch an Referee Enache, welcher durch seine teils englische Spielleitung zeigte, dass er selber auf internationalem Niveau agiert.

 

Es spielten: Gamper – Lottes, Scholze, Thomann, Quindt, Kolb – Körber, Linhardt, Fraaß, Kraus, J.Zink, Trautmann - Kauer, Thomala, Bahar.

FC Neuenmarkt - TSV Bad Berneck 1:1 (0:1)

4.5.2012

 

Nach einer deutlichen 1:4 Klatsche vergangene Saison fuhr der TSV samt seinem Fananhang mit gemischten Gefühlen in die Eisenbahnerstadt nach Neuenmarkt. Dem aufmerksamen Besucher entging beim Blick in die Stadionzeitung nicht, dass die Aufstellung vor allem von einer starken Defensive geprägt war. Mit Sicherheitsexperten Kraus war auch wieder ein echtes Wiesel mit von der Partie, um dem jungen Hüpfer Zink unter die Arme zu greifen.

Der TSV begann stark und setzte immer wieder geschickte Nadelstiche. Die Neuenmarkter hatten alle Hände voll zu tun, den TSV-Express zu stoppen. Jörg Zink legte nun noch ein paar Kohlen mehr ins Feuer und zelebrierte die Kugel aus 16m zur 1:0 Führung ins FC-Netz. Michael Kauer hätte gar auf 2:0 erhöhen können, scheiterte aber am Aluminium. Kurz vor dem Seitenwechsel ereilte die TSV-Verantwortlichen eine Hiobsbotschaft: Altligastar Bernhard Mudder musste verletzungsbedingt seine Segel streichen. Somit fiel ein wichtiger Eckpfeiler des TSV-Bollwerks aus. Es bleibt zu hoffen, dass er seine Verletzung rasch auskurieren kann.

In der 2.Hälfte machten die Platzherren nun mächtig Dampf und drängten auf den Ausgleich. Jedoch stand die TSV-Defensive um Fanidol Wolfrum meist sicher und leitete geschickt Tempogegenstöße ein. Rainer Gamper hätte für eine Vorentscheidung sorgen können, scheiterte jedoch mehrfach. Als Sandro de Gaetani den Strafraum betrat, wurde es gefährlich. Leider aber für den TSV, da er im eigenen Strafraum einen Eisenbahner den Boden küssen ließ und der Referee daraufhin auf den Punkt zeigte. FC-Star Karsten Bisson verwandelte zum frenetisch gefeierten 1:1 Ausgleich. Die Gastgeber drängten nun vehement auf den Siegtreffer, bissen sich jedoch zumeist die Zähne an der TSV-Abwehr um den starken Roland Körber aus. Am Ende zeigte die Anzeigetafel ein 1:1, welches die Platzherren in eigener Berichterstattung als schmeichelhaft bezeichnen.

Rainer Gamper zeigte sich auch einen Tag nach dem Spiel im Rahmen einer Telefonkonferenz mit seinem Fanclub selbstkritisch: „Ich hatte heute die folschn Fieß dabei. Es waren leider meine Business Fieß, da ich Nachmittags noch auf der Arbeit war. Gebraucht hätte ich meine Fußboll Fieß, diese lagen aber daheim.“ Bereits nächste Woche stellt sich mit dem TSV Neudrossenfeld das nächste Spitzenteam in der Kurstadt vor. Man darf gespannt darauf warten, welche Choreographien sich die Heimfans ausdenken, um den Gegner bereits vor Anpfiff einzuschüchtern.

 

Maßberger – Feulner, Scholze, Mudder, Wolfrum, Quindt, Körber, Fuchs – Kraus, J.Zink, Lottes – de Gaetani, Kauer, Gamper.

 

0:1 J.Zink

1:1

TSV Bad Berneck - 1.FC Waldstein 5:1 (1:0)

27.4.12

 

Im zweiten Heimspiel dieser Saison empfing man mit dem 1.FC Waldstein einen renommierten Gegner aus dem hohen Fichtelgebirge. Nach langen Verhandlungen stimmte die Europäische Fußballunion letztes Jahr der Fusion des SV Sparneck mit der TuS Weißdorf zu, so dass beide Vereine ihre Stärken nun unter neuem Namen vereinen können. Teamchef Marc Kuhn konnte personell aus dem Vollen schöpfen und rechnete sich daher gute Chancen aus, die Punkte an den Waldstein entführen zu können. Auf der anderen Seite feierte Hans Nüssel im Tor des TSV sein Saisondebüt und als der Stadionsprecher den Vornamen Rainer durch die Mikrofone bei der Mannschaftsaufstellung rief, antwortete die Menge mit einem frenetischen „Gamper“. Von seiner Verletzung erholt, sollte er das Auge des Zuschauers durch seine Spielkunst endlich wieder erfreuen können. Zudem konnte man die Gäste mit einer Doppel-Zink überraschen, so dass Udo Thomala nicht als einzige Legende für großen Respekt sorgte.

Die Kurstädter nahmen von Beginn an das Heft in die Hand, und versuchten Ball und Gegner laufen zu lassen. Die Gäste vom Waldstein standen jedoch kompakt und zogen ihre Defensive auf wie ein Spinnennetz. Daher kam es in der Anfangsphase zu wenigen Offensivaktionen auf beiden Seiten. Keeper Nüssel wurde erstmals durch einen Rath-Fernschuss gefordert, parierte aber sicher. Jörg Zink sah sich die Bemühungen seiner Mitspieler einige Zeit an und fasste dann den Entschluss, dass es Zeit für Bewegung auf der Anzeigetafel würde. Um diese zum Umklappen zu bewegen, zelebrierte er die Kugel aus 17m in die gegnerischen Maschen. Fans und Altstars wie Mario Bauer jubelten im Gleichschritt und spendeten großzügig Beifall. Wenig später wurde ein Fernschuss von Fraaß durch die Muskelmassen von Mitspieler Thomala im Strafraum gestoppt. Diese Szene bewies, dass der auch in Lanzendorf Verehrte jederzeit den Ball fordert und als Aktivposten seine Fans erfreut. Kurz vor dem Pausentee vergab Rainer Gamper überhastet aus aussichtsreicher Position. Somit ging es mit einer knappen 1:0 Führung in Richtung Kabine. Auf den Sitzrängen gesellte sich mittlerweile das wandelnde Comeback, Stefan Wolfrum unter die Fans. Es dauerte auch nicht lange, bis er einen jungen Fan auserkor, ihm eine Pausenbratwurst zu bringen. Der Nachwuchskicker wird dieses Erlebnis mit seinem Idol wohl nie vergessen.

Auch in der zweiten Hälfte rissen sich die Einheimischen am Riemen und versuchten weiterhin, ihren Express ins Rollen zu bekommen. Die Fans hofften, dass die Überlegenheit sich nun auch in weitere Treffer ummünzen lässt. Rainer Gamper wollte sich bei seinen Schlachtenbummlern besonders erkenntlich zeigen und bediente Fraaß mit einem herrlichen Zuspiel. Dieser wusste, dass man die Ehre solcher Pässe nur dann bekommt, wenn man sie auch verwertet. So drang er in den Waldstein-Strafraum ein und versenkte das runde Spielgerät in den Gästemaschen zum 2:0. Die Kurstädter hatten das Spiel nun im Griff und glänzten durch schönen Kombinationsfußball. Einen Zauberpass von Lottes verwertete Volkan Bahar zum 3:0. Die Fankurve jubelte trotz der Tatsache, dass Bratwurstfan Wolfrum nach Verdrücken des Leckerbissens das Stadionrund wieder verlassen hatte. Wenig später scheiterte Fraaß aus spitzem Winkel am glänzend parierenden FC-Schlussmann. Die Gäste steckten den Kopf aber noch nicht in den Sand und suchten ihr Glück in Distanzschüssen. Als diese ihr Ziel verfehlten, kam doch langsam etwas Frust auf. So gab es auf beiden Seiten ein paar kleinere Scharmützel in welche Akteure beider Teams nicht immer Herr ihrer Emotionen waren, jedoch verstand es Referee Völkl rasch wieder Ruhe ins Geschehen zu bringen. Markus Trautmann war über diese Unruhe weniger erfreut und war der Meinung, dass auch das Leder endlich mal wieder ruhen sollte. Den passenden Ort hierfür sah er in den Maschen der Waldsteingemeinden und so bugsierte das im Fränkischen als Bolln bezeichnete Spielgerät dorthin. Jörg Zink fand an dieser Idee Gefallen und wiederholte sie, als er zum 5:0 Zwischenstand einköpfte. Gästetrainer Kuhn war nun auch mit seinem Latein am Ende und erkannte, dass an diesem Abend gegen das Kollektiv des TSV kein Kraut gewachsen war. Dennoch verdienten sich die Gäste einen Ehrentreffer. In der Schlussminute parierte Keeper Nüssel einen scharf getretenen Freistoß von FC-Turbo Bernd Rath. Den Abpraller nutze Waldsteins „Kräuterdoktor“ Udo Zeh zum verdienten 5:1 Endstand.

Die Klangkicker sollten am Ende auch in dieser Höhe als verdienter Sieger vom Platz gehen. Der Schlüssel zum Erfolg lag in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Ein Extralob verdiente sich Roland Körber, welcher das ganze Spiel als Bewacher des sehr starken Gästemotors Bernd Rath agierte und diesem kaum Luft zum Atmen ließ. Die Gäste präsentierten sich erneut als fairer und starker Gegner, welcher schon jetzt Revanchepläne für das Rückspiel schmieden wird. Auf der Pressekonferenz fragten zahlreiche in- und ausländische Journalisten nach der an diesem Abend besonders leichtfüßigen Spielweise von Libero Feulner. Dieser lüftete daraufhin sein Geheimnis: „Nachdem meine Aktien bei Fans und Freunden immer mehr steigen, wusste ich, dass ich mir ein paar neue Fußballschuhe leisten sollte. Zu meiner Spielweise passend besorgte ich mir ein paar Stöckelschuhe, um noch graziler und eleganter auf dem Spielfeld zu wirken. So genoss ich heute Abend nicht nur meinen leichtfüßigen Auftritt, sondern auch eine wunderbare Akupunkturmassage während des gesamten Spiels.“ Ein besonderer Dank gilt noch Schiedsrichter Völkl für eine tadellose Leistung.

 

Es spielten: Nüssel – Feulner, Thomann, Scholze, Lottes, Körber, Quindt – Fraaß, T.Zink, J.Zink, Thomala, Trautmann – Bahar, de Gaetani, Gamper.

 

1:0 J.Zink

2:0 Fraaß

3:0 Bahar

4:0 Trautmann

5:0 J.Zink

5:1

TSV Bad Berneck - TSV Trebgast 3:4 (1:3)

20.4.12

 

Als erster Heimspielgegner der Spielzeit 2012 sollte sich der TSV Trebgast im heimischen Klangstadion einquartieren. Die Gäste gelten in Fachkreisen als ein hervorragend eingespieltes Team und waren daher bei den Buchmachern auch Favorit. Auf Seiten der Einheimischen musste man sich daher etwas Besonderes einfallen lassen und lief das erste Mal als „grüne Männchen“ auf. Während die Trikots allgemeine Zustimmung fanden, sah dies bei Hosen und Stutzen anders aus. So musste Mittelfeldstratege Kraus mit Bärenkräften das Innenfutter aus seiner Hose entfernen, während Abwehrass Thomann feststellte, dass man für das Anziehen der Stutzen Beißzangen benötige. Jörg Zink erinnerte zudem an Zeiten, in denen nagelneue Trikots lieber auf dem Dachboden gelagert wurden, damit sie keine Grasflecken bekommen. Den neutralen Fußballbetrachter mag die Vielfalt der Outfits und Sponsoren des TSV beeindrucken. Personell musste der Bad Bernecker Fan an diesem Abend vergeblich die Namen von Aktionär Feulner, Taktgeber Heidenreich, Eisenfuß Schaller oder TRUTL auf dem Spielberichtsbogen suchen. Dafür durften die Schlachtenbummler das Können von der lebenden Legende Udo Thomala genießen. Allein sein Einsatz dürfte die Fans scharenweise ins Stadionrund gelockt haben.

Die Gäste vom Badesee drängten von Beginn an die Ölschnitzkicker in dessen eigene Hälfte. Dabei ließen sie geschickt Ball und Gegner laufen. Die Platzherren taten sich schwer, sich aus dieser Umklammerung zu lösen. Nach einem Fehlpass von Hüpfer Zink war es dann auch geschehen: Trebgast netzte aus 16m per Flachschuss eiskalt ein. Und es dauerte nicht lange, da verlor man erneut das runde Leder und Trebgast zelebrierte das Spielgerät per sehenswerter Direktabnahme über die von Keeper Maßberger bewachte Torlinie. Nun rollte der Express vom Badesee und erhöhte per Kopfball auf 3:0. Der Anzeigetafel wurde schon fast schwindelig und die ersten Zaungäste machten sich schon jetzt auf den Weg zur Pausenbratwurst. Die Kurstädter wussten nun, dass es einer taktischen Umstellung bedarf, um nicht gänzlich überrollt zu werden. So schickte man Urgestein Klaus Scholze in den Sturm, um dort die Alarmglocken schrillen zu lassen. Dieser Schachzug sollte sich auch gleich bezahlbar machen. Nach schönem Zuspiel schüttelte Scholze seine zwei Gegenspieler wie lästige Fliegen ab, drehte sich um die eigene Achse und vollendete eiskalt zum 1:3 Anschlusstreffer. Neben den exzellenten Haltungsnoten verdiente auch der clevere Abschluss höchste Noten auf der Bewertungsskala. So ging es mit einem 1:3 Rückstand in die Kabine. Während der Pause begab sich Legende Thomala zunächst in seinen neuen Wagen (siehe Foto), um dann gestärkt wieder das Grün betreten zu können.

Motiviert durch die sich in den Fanblock gesellten TSV-Stars Linhardt und Gamper merkten sowohl die Zuschauer im Stadion als auch die daheim vor dem Fernseher gebliebenen TSV-Sympathisanten, dass die grünen Männer nun ganz anders zu Werke gingen. Man konzentrierte sich auf alt gediente Tugenden und schaltete einige Gänge höher. Das Ergebnis war, dass die Gastgeber nun auch zu Torchancen kamen, welche aber zunächst ungenutzt blieben. Erst als Kapitän Lottes ein Wörtchen mitredete, fiel der Anschlusstreffer. Nach einer herrlichen Ballstafette vollendete er kaltschnäuzig zum umjubelten 2:3. Auf den Rängen schwang nun Rainer Gamper und sein Fanclub den Dirigierstab, um den von Jürgen Zinnert Regierten weiter den richtigen Takt vorzugeben. Erfreulich war, dass sich diese exakt an die Marschroute hielten was zur nächsten Riesenchance führte. Stürmer Kauer setzte sich geschickt in Szene und streichelte das Leder über den herauseilenden Gästekeeper in Richtung Tor. Leider küsste die runde Kugel das Trebgaster Aluminium um sich unmittelbar danach auch noch eine Streicheleinheit von der Torlinie abzuholen. Anschließend machte es sich das Spielgerät wieder auf dem Feld gemütlich, so dass Referee Nüssel zu Recht auf weiterspielen entschied. Doch dirigierten Gamper und Co energisch weiter und so sprang der ganze Fanblock auf, als Jörg Zink die Kugel mit seiner gestählten Brust annahm und aus kurzer Distanz zum 3:3 in die Trebgaster Maschen drosch. Die Einheimischen witterten nun Morgenluft und spielten ganz auf Sieg. Doch gelangen den starken Gästen immer wieder brandgefährliche Konter, von denen Torwächter Maßberger gleich mehrere im Stile eines Klassemanns entschärfen konnte. Leider aber schien sich Fortuna an diesem Abend für zahlreiche schöne Stunden am Badesee bedanken zu wollen und schlug sich auf Seiten der Gäste. Nach einer scharfen Hereingabe sprang der Ball äußerst unglücklich von der TSV-Abwehr unmittelbar vor die Füße eines einschussbereiten Angreifers aus der Stadt der Naturbühne. Dieser ließ sich nicht lange bitten und vollendete zur 4:3 Gästeführung. Bei den Platzherren schien die Luft nun raus zu sein, auch das Dirigieren des Fanblocks schien nun deutlich schwerer zu fallen. Dennoch hätte man in der Schlussminute noch eine Riesenchance haben können, als Lottes auf halblinks völlig frei stand, leider aber von dem auf der Suche nach seinem ewigen Schatten, Jörg Zink übersehen wurde. So pfiff der Unparteiische die Partie ab und Fans und Spieler mussten mit gesenkten Häuptern das Klangstadion verlassen.

Durch individuelle Fehler geriet Bad Berneck schnell in deutlichen Rückstand. Grund für diese Fehler war aber auch ein konsequentes Pressing der stark spielenden Gäste. Erst Klaus Scholze brachte seine Männer durch seinen ersten Saisontreffer zurück ins Fahrwasser. Zu Beginn der zweiten Hälfte kämpften die Kurstädter leidenschaftlich und wurden auch mit dem Ausgleich belohnt. Leider schlich sich dann wieder der Schlendrian ein, was vor allem daran zu erkennen war, dass sich manche immer wieder mit Einzelaktionen verzettelten. Wenn es der Mannschaft, welche zumeist in sauengen Stutzen spielt, in Zukunft besser gelingt, das ganze Team in Offensivbemühungen einzubinden, sollte man sich auch gegen starke Gegner leichter tun. Der nächste Kracher wartet nämlich schon: nächste Woche gastiert die Staransammlung vom Waldstein in der Metropole der Kneippfans. Ein besonderer Dank gilt noch Referee Nüssel für eine tadellose Leistung.

 

Es spielten: Maßberger – Lottes, Thomann, Scholze, Fuchs, Ulm – Körber, Fraaß, J.Zink, Kraus, Thomala – Kauer, de Gaetani

 

Statistik:

0:1

0:2

0:3

1:3 Scholze

2:3 Lottes

3:3 J.Zink

3:4

SV Heinersreuth - TSV Bad Berneck 3:4 (2:3)

13.4.12

 

Nach einer langen Durststrecke hatte das Warten für die TSV-Fans Mitte April ein Ende. Die Saison wurde wie bereits 2011 mit einem Auswärtsspiel in der Heinersreuther Mainarena eröffnet. Personell konnte man fast gänzlich aus dem Vollen schöpfen, lediglich Ex-Röhrenhof-Star Rainer Gamper, der Wasserknodener Dirigent Günther Heidenreich und St.Pauli Fan Udo Thomala mussten passen. Dafür konnte man mit Michael Kauer einen starken Neuzugang präsentieren und der neuerdings unter seinem Künstlernamen „TRUTL“ agierende Markus Trautmann konnte nach einjähriger Verletzungspause ein erfolgreiches Comeback feiern. Man merkt, dass sich mittlerweile nicht mehr nur Brasilianer Künstlernamen verpassen. Die Auswärtskurve, in der Ex-Bezirksoberliga-Eisenfuß Mario Bauer mächtig für Stimmung sorgte, blickte gespannt auf die von H.Fick ausgestatteten „Blaumänner“. Der neutrale Zuschauer wird wohl gemerkt haben, dass nur wenige Vereine einen solch klangvollen Namen auf ihrer Brust präsentieren können.

Zu Beginn des Spiels zeigten die Kurstädter von Anpfiff an, dass sie die unglückliche Schlappe vom letzten Jahr vergessen machen wollten. Das starke Mittelfeld um Zink, Feulner und Kraus gab sofort die Richtung an, welche Offensive hieß. So scheiterte Michael Kauer aus aussichtsreicher Position knapp und ein Kraus-Schuss machte Bekanntschaft mit der Latte. Die Bayreuther Vorstädter gingen dann überraschend aus abseitsverdächtiger Position in Führung. Doch ließen sich Mudder und Co davon nicht beirren und schlugen postwendend zurück: nach einer Liebeserklärung an den Ball von Feulner streichelte dieser den Innenpfosten. Den Abpraller verwertete Kauer im Stile eines Klassemanns zum 1:1. Davon beflügelt rollte nun der Angriffsexpress in Richtung Heinersreuther Tor. Eine dieser Angriffswellen verwandelte Zapf-Legende Jörg Zink eiskalt zur umjubelten Gästeführung. Und nur 5 Minuten später dufte der Gästefanblock ein drittes Mal seine Fahnen schwenken. Kauer verwandelte traumhaft sicher ein Feulner-Zuspiel zum 3:1. Beeindruckend, dass der Ex-Bezirksoberliga-Allstar für alle 3 TSV-Tore die Vorlage lieferte. In Sachen Marktwert dürften seine Aktien damit wieder gewaltig steigen. Die Platzherren steckten den Kopf jedoch nicht in den Sand und schlugen zurück. Nach einer Bogenlampe köpfte man das Leder über die Bad Bernecker-Torlinie. Somit zeigte die Anzeigetafel einen knappen 3:2 Pausenvorsprung für die Lottes-Schützlinge. Nachdem während der Pausenansprache des Spielertrainers Allrounder Wolfrum durch Unkonzentriertheit auffiel, drohte ihm Finanzminister Zink eine drastische Geldstrafe in Höhe von 2 € an. Wolfrum fuhr der Schrecken in die Glieder, und so erteilte er seinen Lippen sofortige Bettruhe.

Die zweite Hälfte eröffneten die Gäste mit einer taktischen Umstellung. TRUTL wurde ins Mittelfeld beordert, um Stoßstürmer de Gaetani mit noch mehr Bällen zu füttern. Das Ergebnis ließ auch nicht lange auf sich warten: der wieselflinke Matthias Kraus umkurvte gleich mehrere Gegenspieler und verwandelte traumwandlerisch sicher zur 4:2 Führung. Die Ölschnitzkicker machten weiter mächtig Dampf und Kraus hätte auf 5:2 erhöhen müssen, scheiterte jedoch am Heinersreuther Torsteher. Auch Sandro de Gaetani gelang es nicht, den Abpraller in den Maschen zu versenken. Als nächstes versagten Fraaß die Nerven, als er nach einem tollen Flankenwechsel von Lottes freistehend leider nur das Bein des einheimischen Keepers anvisierte. Mit fortschreitender Zeit schlich sich jedoch wieder der Schlendrian in die TSV-Reihen ein, so dass die Platzherren stärker wurden. Aus erneut abseitsverdächtiger Position verkürzten sie nach einer schönen Kombination auf 3:4. Davon beflügelt und von den einheimischen Schlachtenbummlern im überraschend nicht ausverkauften Stadion nach Vorne gepeitscht, setzten die Gastgeber nun alles auf eine Karte. Dadurch eröffneten sich Räume zum Kontern. TSV-Akteur Fraaß umspielte 4 Gegenspieler und marschierte alleine auf das Heinersreuther Gestänge zu, um dann freistehend vor dem Keeper ein Luftloch zu schlagen. Auch wenn der Ball auf holprigem Geläuf unglücklich versprang, war dieser Abschluss mehr als schwach. Den Gedanken des Frustrierten sprach TSV-Ikone Wolfrum auch unverhohlen aus: „Das gibt’s doch nicht !“ Die Schlussphase wurde dann noch hektisch. Als Keeper Maßberger eine spontane Situationsanalyse zu einem Zweikampf abgab, missfiel dies dem Analysierten. Daraufhin verbot der Referee der Bad Bernecker Nummer eins weitere Spontananalysen. Dieser gab jedoch eine passende Antwort: „Von einem Schiedsrichter lasse ich mir gar nichts sagen.“ Diese Worte erzielten beim Referee nicht gerade die Auswirkungen einer Wohlfühlmassage, was er dem Absender auch deutlich mitteilte. Wenig später griff der Unparteiische zu seinem Arbeitsgerät und ließ durch dieses etwas Luft strömen, so dass der Schlusspfiff das Ergebnis war.

Der TSV gewann ein teilweise zerfahrenes Spiel hochverdient, hätte aber durch konsequentere Chancenverwertung den Sack viel früher zumachen müssen. Es bleibt zu hoffen, dass einige TSV-Akteure nochmals einen Schluck Zielwasser trinken. Nach dem Spiel wurden sogar Befürchtungen laut, ob Spielertrainer Lottes das Handtuch werfen könnte. Jedoch sollte sich rasch herausstellen, dass dieser sein Handtuch nur in seine Sporttasche verfrachtete. Finanzminister Zink musste bereits nach dem ersten Spiel der Saison als Schuldeneintreiber fungieren. Darin geübt wies er die Säumigen auf die Fehlbeträge im TSV-Saisonetat hin. Eine Ratenzahlung bot er aber leider nicht an, welche bei den astronomisch hohen Beträgen sicher angemessen wäre.

 

Es spielten: Maßberger – Lottes, Thomann, Scholze, Mudder, Körber – Quindt, Trautmann, J.Zink, Kraus, Wolfrum, Feulner, Fraaß – Kauer, de Gaetani.

 

Statistik:

1:0

1:1 Kauer

1:2 J.Zink

1:3 Kauer

2:3

2:4 Kraus

3:4